Der Kampf um den Gründungszuschuss kann beginnen

Nachdem das neue Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt am 28. Dezember 2011 im Bundesgesetzblatt veröffentlich wurde, entfällt zukünftig der gesetzliche Anspruch auf Gründungszuschuss auch für ALG I-Bezieher, die noch einen Restanspruch auf ALG von mindestens 6 Monaten haben zugunsten einer Ermessensentscheidung der Arbeitsagentur. Der Arbeitsberater entscheidet zukünftig über den Gründungszuschuss, wobei der finanzielle Rahmen für 2012 durch eine mehr als 70 %-ige Mittelkürzung klar abgegrenzt ist.

Wie stehen nunmehr die Chancen auf die Gewährung des Gründungszuschusses? Statistisch gesehen ganz einfach: im Verhältnis der zukünftigen finanziellen Mitteln zu dem bisherigen Finanzierungsfonds.

Diese Zahlenspielerei bringt für die Praxis aber wenig. Wie kann der zukünftige Existenzgründer seine Chancen denn nun verbessern (oder auch verschlechtern)? Hat er sich schon vor Anwendung des neuen Gesetzes durch spezielle Qualifizierungsmaßnahmen auf die Selbständigkeit vorbereitet, dann dürfte er zu den wenigen Ausnahmen gehören, die noch einen starken Trumpf aus der Vorzeit im Ärmel haben.

Für die anderen Fälle muss zunächst damit gerechnet werden, dass sich der Arbeitsberater auf die Statistik zurückzieht und auf die steigende Zahl der vermittelbaren Arbeitsstellen verweist. Dies sollte den potenziellen Gründer aber nicht davon abhalten, zumindest formell und fristgemäß einen Antrag auf Gründungszuschuss zu stellen. Da das Antragsformular bisher direkt vom Arbeitsberater ausgegeben worden ist, müsste er zumindest darauf einen Rechtsanspruch haben.

Es wird auf jeden Fall wesentlich schwieriger werden, den Arbeitsberater davon zu überzeugen, dass die Selbständigkeit nur über den Gründungszuschuss zu realisieren ist. Die Begründung des Gründungskandidaten für sein Vorhaben und das Zahlenwerk des Businessplan werden vermutlich zukünftig näher unter die Lupe genommen. Doch dies lässt sich insbesondere durch die Inanspruchnahme eines geeigneten Existenzgründungsberaters zumindest handwerklich besser bewerkstelligen.

Leider hat der Gesetzgeber den Vorschlag nicht aufgegriffen, das Gründungscoaching vom Bezug des Gründungszuschusses abzukoppeln. Damit entfällt leider auch diese beliebte Möglichkeit, sich einen kostengünstigen Berater an die Seite zu holen. Doch wer von seinem Existenzgründungsvorhaben überzeugt ist, wird und sollte auch diese Kosten nicht scheuen, um alles zu tun, um auch zukünftig in den Genuss des Gründungszuschusses zu kommen.

Als Existenzgründer braucht man Fördermittel, mit Hilfe derer man sich ein Unternehmen aufbauen kann. Glücklicherweise gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Förderungen für Existenzgründer, vorab sollte man sich aber mit einem Berater unterhalten und natürlich auch selbst informieren. Das Internet bietet hierzu vielfältige Möglichkeiten und mittlerweile eine große Anzahl seriöser Vergleichsportale

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